Forschung: Sakrale Kunst des Mittelalters steht im Zentrum

Forschung und wissenschaftliche Zusammenarbeit sind für das Dommuseum von besonderer Bedeutung. Im Zentrum steht dabei die sakrale Kunst des Mittelalters.

Bei Gewänder und Stoffe aus dem Hildesheimer Schrein des heiligen Godehard bei der Restaurierung.

Im Zuge einer Kooperation mit dem Dommuseum wurden bei der Schweizer Abeggstiftung Gewänder und Stoffe aus dem Schrein des heiligen Godehard restauriert.

Internationale und fachübergreifende Kooperationen mit anderen Museen, Universitäten und Forschungseinrichtungen erbrachten bereits in den letzten Jahren wichtige neue Ergebnisse zu zentralen Ausstattungsstücken des Domes und Hauptobjekten der Sammlung.

Laufende Forschungsprojekte:

Der Hildesheimer Dom als Erfahrungsraum für Kinder

In diesem Forschungsprojekt geht es um die kindorientierte Vermittlung einer Weltkulturerbestätte und ihrer Kunstschätze. Kooperationspartner sind das Dommuseum Hildesheim und die Universität Hildesheim. Beteiligt sind außerdem Hildesheimer Grundschulen und Kindertageseinrichtungen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Bettina Uhlig und PD Dr. Christian Scholl von der Abteilung Kunstvermittlung der Universität Hildesheim gehen Lehramtsstudierende gemeinsam mit Schulklassen und Kindergärten in den Dom und in das Museum, um über den Ort und die Objekte zu sprechen. Von Seiten des Museums wird das Projekt von Prof. Dr. Claudia Höhl begleitet. Bei den Ortsterminen werden so ausgehend von den Fragen der Kinder „Nachdenkgespräche“ gestaltet, die auf der Tradition des „Philosophieren mit Kindern“ beruhen. Ergänzend gibt es jeweils einen praktischen Teil, der über künstlerisch-ästhetische Aktionen wie Zeichnen, Malen oder performative Handlungsformen die vielfältigen Zugänge auf Räume, Objekte und Ansichten eröffnet.

Ziel ist es mit dem intensiven Einbezug der Kinder ein kindorientiertes Vermittlungskonzept zu entwickeln, das nicht auf ein kurzfristiges Erlebnis, sondern eine nachhaltige Erfahrung zielt.
Das Projekt bietet den Studierenden der Universität Hildesheim die Möglichkeit wertvolle Praxiserfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Dommuseum zu sammeln. Die Forschungsergebnisse werden in einer Publikation münden und Anwendung in der Praxis von Führungen und Vermittlungsangeboten für Kinder im Dom und im Dommuseum finden.

Dinge, Bilder und Geschichten

Kooperationsprojekt mit der Universität Hildesheim
Prof. Dr. Irene Pieper, Prof. Dr. Bettina Uhlig, Prof. Dr. Claudia Höhl

In Zusammenarbeit zwischen dem Institut für deutsche Sprache und Literatur, dem Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft und dem Dommuseum Hildesheim beschäftigt sich das Projekt mit der Rolle und Bedeutung von (kulturhistorischen) Dingen, Bildern und Geschichten in Bezug auf die gegenwärtigen Lebens- und Weltbezüge von Kindern und Jugendlichen. Worin besteht die Aktualität dieser „alten“ Zeugnisse der Kulturgeschichte, wie verändern sich die Lesarten, Betrachtungsweisen, Zuschreibungen und wie kann dies in einen für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher kultureller Herkunft interessanten Vermittlungszusammenhang gebracht werden?

Ausgehend von ausgewählten Objekten und Bildern des Dommuseums sowie den mit ihnen verknüpften Geschichten werden neue Möglichkeiten untersucht, sich diesen Bildern und Objekten in Bild und Text zu nähern. Ziel ist die Entwicklung didaktisch-innovativer Vermittlungsansätze, die dann mit Kindern und Jugendlichen im Dommuseum erprobt und dokumentiert werden.

Zwischen Präsenz und Evokation. Fingierte Materialien und Techniken im frühen und hohen Mittelalter

DFG-Projekt – Wissenschaftliches Netzwerk
Leitung: Dr. Britta Dümpelmann, Freie Universität Berlin
Festes Mitglied des Netzwerks: Dr. Gerhard Lutz, Dommuseum Hildesheim

Das Vorhaben untersucht fingierte Materialien und Techniken im frühen und hohen Mittelalter im Spannungsfeld von Präsenz und Evokation. Dabei steht die zunächst einfach erscheinende Frage im Zentrum, ob fingierten Materialien (zum Beispiel gemalten Edelsteinen) und Techniken (etwa die Wirkung von Goldschmiedearbeiten aufrufenden Textilien) dieselbe Präsenz wie ihren realen Vorbildern eignet, ob sie gar als deren Ersatz zu dienen vermögen – oder ob im Zuge der Darstellung von Materialien und Techniken nicht ein „mehr“ an Bedeutung entsteht.

www.geschkult.fu-berlin.de/e/praesenz-und-evokation/index.html

Forum Kunst des Mittelalters

Initiator und Mitglied im Vorbereitungsteam: Dr. Gerhard Lutz
www.mittelalterkongress.de

Weitere wissenschaftliche Aktivitäten:

Prof. Dr. Claudia Höhl
Honorarprofessur an der Universität Hildesheim, Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation
Lehrauftrag an der HAWK, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim Holzminden Göttingen

Dr. Gerhard Lutz:
Mitglied im Editorial Board des „Journal of the British Archaeological Association“
Mitglied im Deutschen Verein für Kunstwissenschaft e.V., Wissenschaftlicher Beirat: Mittelalterliche Skulptur
Mitglied im Membership Committee: International Center of Medieval Art, New York (2017–2020)

Abgeschlossene Projekte

Welterbe im Fokus. Der Hildesheimer Godehardschrein. Objekt, Materialität, Kontext.

Von 2013 bis Juni 2015
Zusammen mit dem Institut für anorganische Chemie der Leibniz Universität Hannover.
Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Der Godehardschrein in der Krypta des Hildesheimer Doms, der zu den ältesten erhaltenen Reliquienschreinen des Mittelalters gehört, wurde im Zuge der Domsanierung von 2010 bis 2014 aufwändig restauriert. Dies ergab die Möglichkeit, das aus dem zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts stammende Objekt intensiv wissenschaftlich zu untersuchen. Die Ergebnisse werden derzeit für die Publikation vorbereitet.

Innovation und Tradition. Objekte und Eliten in Hildesheim 1130-1250.

April 2015 bis 2018
Zusammen mit dem Historischen Seminar und dem Kunsthistorischen Institut der Universität Osnabrück, dem Kunsthistorischen Institut der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dem Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel und dem Historischen Seminar der Universität Düsseldorf.
Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das interdisziplinär angelegte Forschungsprojekt soll Dom und Klosterkirche St. Michaelis als herausragende Zentren mittelalterlicher Kultur und Geschichte untersuchen und dabei ihre vorhandene oder erschließbare Ausstattung in Bezug zu den geistlichen und weltlichen Eliten des Bistums und der Stadt setzen. Diese bildeten ein Milieu, das für die Entstehung dieser Stücke verantwortlich war. Einmalig für das 12. und 13. Jahrhundert ist dies in Hildesheim noch greifbar und bildet den Ausgangspunkt dieses Forschungsprojektes.

Projekthomepage: www.objekte-und-eliten.de

Wiss. Veranstaltungen: