Transfer Bernwardsäule

Ausstellung vom 4. Mai bis 5. August 2018

Franz Heinrich Bödeker: Hildesheimer Ansichten und Kunstwerke – Bernwardsäule, vor 1893

Die Hildesheimer Bernwardsäule zählt zu den bedeutendsten Plastiken des Mittelalters. Aus diesem Grund wurde sie mit dem Einsetzen der historischen und kunsthistorischen Forschung oftmals zum Gegenstand von Untersuchungen. In diesem Zusammenhang sind im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Vielzahl von Bildern entstanden. Ihre dunkle Farbe und die schmale, runde Form stellten eine besondere Herausforderung für die Herstellung von Abbildern dar, wofür auch damals neue Bildmedien und Drucktechniken genutzt wurden.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem in der Domkirche aufgestellten Original präsentiert die Ausstellung eine Handzeichnung, den Berliner Gipsabguss sowie Buchillustrationen, Fotografien, Postkarten und Glasdias. Was leisteten diese Abbildungenr der Bernwardsäule? Die vornehmlich zweidimensionalen Abbilder heben zumeist einzelne Aspekte des Originals hervor – Gestalt, Bildprogramm, Formgebung, Farbe oder Aufstellungsort. Diesen unterschiedlichen Sichtweisen kamen in Wissenschaft, Gesellschaft, Kirche und Politik wissengenerierende, popularisierende, sakrale und politische Funktionen zu.

Als erste und älteste Darstellungstechnik gilt die Handzeichnung. Von Jacob Burckhardt, einem der berühmtesten Gelehrten des 19. Jahrhunderts, wird das Skizzenbuch aus seiner Studienzeit ausgestellt. Nachfolgend wurden Zeichnungen und Druckgrafiken zur Illustration der Buchpublikationen verwendet. Mit dem Einsetzen der Fotografie und einer weiterentwickelten Drucktechnik bezog man auch dieses neue Medium in die Bebilderung wissenschaftlicher Publikationen ein.

Zu den eindrucksvollsten Reproduktionen zählen die Gipsabgüsse der Bernwardsäule, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Museen von Moskau über London und Wien bis New York ausgestellt wurden. Erstmals seit 1934 kann der Gipsabguss der Staatlichen Museen zu Berlin wieder komplett aufgebaut präsentiert werden. Für Ihn wurde im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel eigens ein Raum eingerichtet, das sogenannte Bernward-Zimmer, dessen Ausstattung und Gestaltung thematisiert werden.

Neue populäre Medien wie Zeitschriftenillustrationen, Fotografien und vor allem Postkarten trugen maßgeblich zur Vermittlung und Verbreitung der Bernwardsäule bei. In den Bildprogrammen öffentlicher Einrichtungen wie Museen und Rathaus wurde sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Beendigung des Kulturkampfes auch politisch interpretiert. Schließlich ist die Inszenierung der Bernwardsäule vor Ort selbst ein Thema der Bilder, war sie doch bis 1893 auf dem Domhof wie ein Denkmal ausgestellt und wurde später im Dom präsentiert.

Neben eigenen Beständen sind in der Ausstellung Leihgaben aus dem Staatsarchiv Basel-Stadt, den Staatlichen Museen zu Berlin, der Lippischen Landesbibliothek und Mediothek Detmold, dem Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg, dem Stadtarchiv Hildesheim, dem Bistumsarchiv Hildesheim, der Dombibliothek Hildesheim, dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte München sowie von Candida Höfer, Köln, präsentiert.

Kurator: Dr. Felix Prinz

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Felix Prinz und Thomas Scharf-Wrede im Verlag Schnell und Steiner, Regensburg.

Öffentliche Führungen

15. Mai 2018, 16 Uhr
Dr. Felix Prinz

7. Juni 2018, 16 Uhr
Prof. Dr. Claudia Höhl

WissensRaum

8. Mai 2018, 18 Uhr
Dr. Felix Prinz: Transfer und Tradition. Bilder und Dokumente der Bernwardsäule

26. Juni 2018, 19 Uhr
Dr. Thomas Scharf-Wrede: Zur Wiederentdeckunge ines Bistumspatrons. Der hl. Bernward und das Bistum Hildesheim im 19./20. Jahrhundert

Welterbetag

3. Juni 2018
Anlässlich des Welterbetages finden im Museum kostenfreie Sonderaktionen zur Ausstellung statt.

Kinderprogramm

Bernwardsäule mit Bastelwerkstatt
26. Juli 2018, 14.00 Uhr
Kostenbeitrag 4 €
Für Kinder ab 6 Jahren, Anmeldung erforderlich unter Telefon: 05121 307-770

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Hildesheimer Dombauverein
  • Niedersächsische Sparkassenstiftung
  • Sparkasse Hildesheim Goslar Peine
  • Verein für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim